Dienstag, 18. November 2014

Ist das Leben ein Spiel?

Ist das Leben ein Spiel? Wenn es so wäre, wie antwortest du, wenn ich dich frage: „Wie spielst du? Fair dir und anderen gegenüber? Willst du immer gewinnen, kannst du auch verlieren, hältst du dich an die Spielregeln oder trickst du ab und zu? Ist es erlaubt zu tricksen, gibt es Regeln in diesem Spiel, ist das Spiel gerecht?“


Text aus meinem Buch: Evolvere


Ich meine, dass es auf einer linearen, bewertenden Ebene nicht immer gerecht ist, dieses „Spiel des Lebens“. Ich weiß, erfahre und spüre, dass es viel Ungerechtigkeit in der Welt gibt. Das macht mich oftmals traurig, wütend und auch hilflos. Wenn ich mich zu lange in diesem Geistes- und Gefühlszustand aufhalte, werde ich kraftlos, bin nicht mehr Pro Aktiv denkend und handelnd, sondern Re Aktiv, das bedeutet, ich bin in der Energie der Wirkungen gefangen.

Die Wirkungs-Ebene kann ich nicht verändern, doch ich kann neue Ursachen setzen. Pro Aktiv zu sein, bedeutet Dinge bewusst anzugehen, also achte ich darauf  in meiner Welt so zu handeln, dass Gerechtigkeit geschieht.


Eine Anleitung fürs Leben
Wie wäre es, wenn es eine „Anleitung fürs Leben“ geben würde, ähnlich einer Betriebsanleitung? Eine Art Unterweisung ins menschliche Denken und Handeln, das dich dabei unterstützen würde ein Leben zu führen, das im Einklang mit dir, deiner Seele und all den Anderen ist. An den PF Trainerausbildungen ist das ein zentrales Lehr-Thema. (S)eine Lebens-Philosophie zu entwickeln und diese mit Worten und mit Handlungen auch zu leben und zu vermitteln. Da gibt es kein festes Konzept, das ist etwas, das aus dem Menschen heraus wächst, das sich über die Jahre herausbildet.

Meine Tochter Tashina (bestes Töchterchen der Welt) hatte sich vor einiger Zeit als Mentorin eingetragen für eine Konfirmanden Gruppe. Auf meine Frage hin, welchen Glauben sie denn vermitteln möchte, blickte sie mich mit großen Augen an und meinte: „Willst du jetzt mit mir über meinen Glauben reden?“  - „Ja, klar, Töchterchen, denn darum geht es doch bei der Konfi, oder nicht? Den Konfirmanden etwas an die Hand zu geben, dass ihnen im Leben hilft, also etwas woran sie glauben können, etwas woran sie sich orientieren können, wenn es mal nicht so gut läuft. Etwas, dass ihnen hilft, dass sie als Orientierung, als Leitfaden im Leben gebrauchen können.“

„Hmmm, ich habe gelernt das Glaubensbekenntnis auswendig aufzusagen, doch das bringt mir gar nichts!“ - „Das meine ich auch nicht, doch es gibt da was in der Kirche, dass du sehr gut als Leitfaden weitergeben könntest.“ - „ Und, was wäre das?“ fragt Tashina, nicht sonderlich interessiert.

„Na, die zehn Gebote zum Beispiel.“  „Papa, das meinst du doch nicht im Ernst, wann gehst du mal in die Kirche, also wirklich, die zehn Gebote, hihihi“ - „Tja, stell dir mal vor wie ein Mensch lebt, wie es ihm in seinem Leben geht, wenn er lügt, stiehlt, mordet, seinen Partner betrügt und immer schlecht über seine Freunde redet?“

„Dem geht es natürlich nicht gut, ist doch klar. Ha, das waren schon ein paar der zehn Gebote, oder?“ - „Ja, und weist du was, da kannst du dich wirklich ein bisschen dran orientieren. Ich meine nicht so missionarisch und schuld gebend wie das leider oft geschieht, sondern schlicht und einfach aus dem gesunden Menschenverstand heraus. Da du ja Konfi Mentorin bist, wäre es gut, wenn du etwas weitergibst, das dazu im Verhältnis steht.“

Wenn Tashina eine Buddhistische Gruppe führen würde, gäbe es keine direkten Gebote, wie z.B. im christlichen Sinn, sondern Vorsätze als Richtschnur zur Bewertung des eigenen Handelns. Unten habe ich einige aufgelistet, die mich ansprechen, die ich verinnerlicht habe und die mir helfen, mein Denken und Handeln zu überprüfen.

Das sind meine eigenen Formulierungen, ich möchte mir hier nicht anmaßen, in diesen wenigen Zeilen das Buddhistische Denken aufzuzeigen.

  • Ich bemühe mich, keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen. 
  • Ich schaue darauf nur Dinge zu nehmen, die mir gegeben wurden. 
  • Ich will mich bemühen keine unheilsamen Beziehungen einzugehen, nicht zu lügen und andere nicht mit Worten zu verletzen. 
  • Ich achte darauf, nicht unnütz zu streiten und ich verbreite kein sinnloses Geschwätz. 
  • Ich versuche anderen keine geistige oder materielle Hilfe zu verweigern und gebe diese aus dem Herzen. 
  • Ich wünsche mir für mich, meinem Ärger keinen freien Lauf zu lassen und übe mich im rechten Denken und Handeln. 
  • Ich will mich bemühen, mir nicht durch berauschende Mittel das Bewusstsein zu trüben. 
  • Es ist mir wichtig, andere nicht zu verleumden, nicht unnötig herumzutratschen und auch nicht über die schlechten Taten anderer zu reden.


Richtlinien für alle die mit Menschen „arbeiten“.
Für Trainerkollegen, sowie für Menschen, die mit anderen Menschen zu tun haben, haben wir einige Richtlinien auf der Positiv-Factory Webseite veröffentlicht.

Unter der Rubrik „Die Philosophie der Positiv Factory“ haben wir aufgelistet, worauf wir achten im Umgang mit Menschen. Das ist einerseits eine Erläuterung für Trainer, andererseits hilft es den Menschen, die zu unseren Seminaren kommen, zu erkennen, welche Philosophie, welche Richtlinien am s.e.i.® Training/Seminar beachtet werden.